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AC Barolo

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Geschichte

Heute zählt der AC Barolo zu den stärksten, professionellsten und erfolgreichsten Mannschaften der Rosenheimer Hobbyliga - vergegenwärtigt man sich die "Gründerzeit", eine durchaus überraschende Entwicklung.

 

Unter dem Rädelsführer Pietro Falchi sagte sich anno 1997 eine Clique vornehmlich italienischer Schönwetterfußballer, dass es doch sicher eine Menge Spaß mit sich bringen müsste, die auf dem Bolzplatz geschulten Künste auch in geordneten Wettkampfverhältnissen zu erproben - ohne sich dabei jedoch gleich dem allzu gestrengen Diktat des Vereinsfußballs zu unterwerfen. Glücklicherweise bot der Rosenheimer Hobbyfußballbetrieb jenen sportlichen Schöngeistern eine geeignete Plattform. Nach der Entscheidung, offiziell eine Mannschaft zu gründen und der damit einhergehenden ersten Euphorie tauchten jedoch alsbald die obligatorischen Gründungsprobleme auf. (Dabei stellte es noch die geringste Schwierigkeit dar, Fußballschuhe von solcher Größe zu finden, die einerseits klein genug waren für die grazilen italienischen Füßchen, andererseits aber auch genügend Standfestigkeit verliehen bei den waghalsigen Dribbelmanövern.)

 

Nein, wer jemals eine Organisation ins Leben gerufen hat, ganz gleich jedweder Art, der weiß, dass als erste und schwierigste Hürde stets die der Namensfindung zu überwinden gilt. In diesem Fall trug ausnahmsweise der Alkohol seinen Teil zum Gelingen des Vorhabens bei. Während einer Flasche Wein kam man schnell überein, auf die üblichen Tiernamen respektive gängigen Anglizismen zu verzichten und stattdessen im Mannschaftsnamen der fernen Heimat zu huldigen. Bezeichnenderweise war es der einzige teilnehmende Alemanne, dem die zündende Idee kam:

"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?", berief sich Ernst Glas auf kluge, deutsche Dichterworte und ließ sich nicht nur den letzten Tropfen Wein, sondern auch das dazugehörige Etikett auf der Zunge zergehen: Barolo. Der Vorschlag fand allseitigen Applaus, flugs setzte man ein AC ( ) davor, schon war der Name für die neue Mannschaft beschlossen.

 

Nach dieser regelrecht katholischen Taufe steigerte sich die Motivation natürlich ins Unermessliche, aber um an der regulären Meisterschaft teilzunehmen fehlten dem Team leider noch zwei genauso winzige, wie gleichsam entscheidende Zutaten: einerseits Trikots, andererseits genügend Spieler, um überhaupt elf Mann aufs Feld schicken zu können.

 

Das Trikotproblem löste man vorerst kostengünstig auf "südländische" Art. Während eines Heimaturlaubs in Bella Italia stolzierte Rino Dimarco einfach solange den Strand entlang, bis er von den allseits bekannten farbigen Verkäufern ein Dutzend gleicher JuventusTurin Trikots zusammengefeilscht hatte (alles natürlich original Ware, wie die Afrikaner mit jener schelmischen Unschuldsmiene versicherten, wie sie nur fliegende Händler zur Schau stellen können). Dies ermöglichte immerhin schon die Teilnahme an etlichen Kleinfeldturnieren, wenngleich es natürlich nur eine Übergangslösung darstellen konnte, lauter Del Pieros aufs Feld zu schicken. Für die Liga mussten anständige Trikots her, mit unterschiedlichen Nummern. In diesem ersten vollständigen Trikotsatz des AC Barolo, Modell Aston Villa, läuft die Mannschaft noch heute ab und zu auf, wenn ein Anflug von Nostalgie sie packt...

 

Derart eingekleidet fuhr Barolo erste Siege ein. Pietro leckte Blut, sein Ehrgeiz war geweckt. Die Mannschaft fühlte sich schnell zu Höherem berufen, und so brannten die wackeren Knappen darauf, endlich in die zweite Liga einzusteigen. Woher aber weitere Mitstreiter nehmen? An diesem Punkt gelang Pietro ein Clou, dessen Funktionieren nicht einmal kühnste Propheten vorherzusagen gewagt hätten. Ein Clou, der eines Ulli Hoeness würdig wäre?

 

Just zur gleichen Zeit nämlich tummelte sich ein Haufen zwar sympathischer, aber auch ungehobelter "Fußballrowdies" in der Szene. Gefürchtet weniger aufgrund ihrer Ballkünste (obwohl da mitunter durchaus Talent hindurch schien durch das trunkene Torkeln) denn aufgrund ihres schier unbändigen Bierdurstes, machten die sagenhaften All Star Kickers in jenem Jahr von sich reden.

 

 

 

An diese Truppe nun trat Pietro todesmutig mit der Frage heran, ob man sich nicht zusammenschließen solle zum Zwecke der gemeinsamen Eroberung des hiesigen Hobbyfußballs. Zu dem Zeitpunkt ein allenthalben Unverständnis hervorrufender Plan. Mit dem Haufen waren doch keine Birnen zu holen! Viel zu undiszipliniert diese Kerle!

 

Die klare Antwort der All Stars lautete denn vorerst auch: Jein! Zwar verspürten auch sie durchaus den Drang, auf dem Großfeld mitzumischen, doch dieser kleine Italiener hatte so ein grusliges Funkeln in den Augen, so einen wahnsinnigen Willen zum Erfolg, so eine liederliche Lust auf Leistung. Das schreckte eine Mannschaft natürlich ab, für die ein Fußballturnier bis zu diesem Zeitpunkt nur die Verlängerung der vorausgegangenen Partynacht war. Noch wollten die All Stars sich nicht bezähmen lassen, bei aller Liebe zum Sport. Auf Pietros unnachgiebiges Flehen hin trafen die Männer aber dann doch für das Jahr 1998 folgendes Arrangement: In der Liga würde man als ein Team antreten, Kleinfeldturniere aber, sowie die Hallenstadtmeisterschaft sollten noch getrennt gespielt werden.

 

Der Ausgang ist längst Legende: Der als AC Barolo antretenden Spielvereinigung gelang in jenem Sommer 1998 der sofortige Aufstieg in die erste Liga, so dass die anschließende Hallenstadtmeisterschaft für die All Stars quasi zum Woodstock wurde - Höhepunkt und Ende einer Bewegung. Barolo belegte den dritten Platz. Die All Star Kickers aber gewannen das furioseste Finale in der Geschichte des Turniers, um anschließend (samt verschollenen Pokal) vom Erdboden der Innflutmulde bzw. Luitpoldhalle zu verschwinden. Man munkelt jedoch, der fußballverrückte Teil jener Haudegen sei im AC Barolo aufgegangen, um den erfolgsbesessenen Ehrgeizlingen fortan La Dolce Vita beizubringen.

 


Trikots:

Trikot
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